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TASS-Interview mit Zepp-LaRouche: USA und Europa brauchen Neue Seidenstraße dringender als Asien

TASS-Interview mit Zepp-LaRouche: USA und Europa brauchen Neue Seidenstraße dringender als Asien

Die Gründerin und Vorsitzende des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche – in China als „Seidenstraßen-Lady“ bekannt, da sie sich zusammen mit ihrem Ehemann Lyndon LaRouche als erste in Europa für die Politik der Neuen Seidenstraße eingesetzt hat -, gab am 31. Mai der offiziellen russischen Nachrichtenagentur TASS ein Interview. In der Einleitung zu dem Interview heißt es: „Eine wachsende Zahl von Ländern und anderen Kräften weltweit erkennt, daß die Sanktionen [gegen Rußland] keine Zukunft haben und daß eine globale Kooperation notwendig ist. Helga Zepp-LaRouche, die Präsidentin des Schiller-Instituts, äußerte diese Meinung in einem Interview mit TASS.“


TASS: Wie bewerten Sie die gegenwärtige internationale Lage?

Zepp-LaRouche: Es gibt derzeit zwei vollkommen entgegensetzte Dynamiken auf der Erde. Auf der einen Seite konvergieren Putins sehr erfolgreiche militärische Flankenaktionen, wie seine Intervention in Syrien, die das Potential für einen Frieden geschaffen hat, mit seinen verschiedenen diplomatischen Interventionen in Asien, die den chinesischen Seidenstraßen-Initiativen parallel laufen. Diese Bemühungen bedeuten eine Win-Win-Perspektive für jetzt schon mehr als 70 teilnehmende Länder.

Auf der anderen Seite betreiben die Vereinigten Staaten, Großbritannien, die EU und die NATO eine extrem gefährliche Konfrontation gegen Rußland und China, was die Welt in eine vielschichtige Krise gestürzt hat, die gefährlicher ist als auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges.

TASS: In welchen Bereichen ist dies besonders aktiv, und in welchen nicht?

Zepp-LaRouche: Im Falle Syriens sind die Kooperation zwischen Außenminister Lawrow und US-Außenminister Kerry sowie die Kooperation zwischen Rußland und den USA in Genf sehr positiv. Aber solange die USA ihre Politik des Regimewechsels nicht aufgeben, bleibt die Situation gefährlich. Präsident Putin hat sich als ein brillanter Stratege erwiesen. Dies macht zuversichtlich, daß es den Kriegstreibern in der NATO nicht gelingen wird, Rußland in eine Falle zu locken und ihnen einen Vorwand für einen präventiven Angriff zu liefern.

TASS: In welchen Bereichen muß die Kooperation zwischen dem Westen und Rußland verstärkt werden? Und warum?

Zepp-LaRouche: Die Realität ist, daß der gesamte transatlantische Sektor bankrott ist und kurz vor einem noch größeren Kollaps steht als 2008. Nach seinem sehr wichtigen Besuch in Rußland hat Japans Ministerpräsident Abe beim jüngsten G7-Gipfel nachdrücklich auf diesen Umstand hingewiesen, aber Präsident Obama hat ihm widersprochen und betont, daß der „Aufschwung voranschreitet“, was angesichts der Negativzinsen der Zentralbanken und der Debatte über das „Helikoptergeld“ absurd ist.

Deshalb braucht der Westen noch mehr als Asien eine wirtschaftliche Zusammenarbeit nach Art der Politik „Ein Gürtel, eine Straße“ und der Eurasischen Wirtschaftsunion, die Eurasien von Wladiwostok bis Lissabon eint, aber auch die Vereinigten Staaten einlädt, sich an dieser Perspektive zu beteiligen. Eine Katastrophe kann nur vermieden werden, wenn es uns gelingt, die Geopolitik zu überwinden und ein neues Paradigma auf Grundlage einer globalen Entwicklungspartnerschaft und den gemeinsamen Zielen der Menschheit zu erreichen.

TASS: Warum behindert der Westen, trotz der offensichtlichen Bedrohung durch Terrorismus, Cyberkriminalität und andere internationale Herausforderungen, die Kooperation mit Rußland?

Zepp-LaRouche: Fast alle wichtigen Konflikte beruhen auf dem Versuch des anglo-amerikanischen Empire, eine unipolare Welt zu erhalten, obwohl es diese schon gar nicht mehr gibt. Immer mehr Kräfte auf der Welt erkennen, daß sie existentielle Entscheidungen treffen müssen, und daß dem Interesse ihrer Länder weit besser gedient ist, wenn die Sanktionen und die Konfrontation gegen Rußland und China beendet werden. Die Tatsache, daß Rußland und China eine starke strategische Partnerschaft – mit Indien als drittem Partner – geschlossen haben, hat das strategische Gleichgewicht der Welt verändert. Immer mehr Länder sehen es als vorteilhafter an, für ihre Entwicklung zusammenzuarbeiten, als unter dem Joch militärischer Konfrontation zu stehen. Wir stehen an einer Wegscheide der Geschichte, und in solchen Momenten kommt es auf die Führung an, wie wir sie bei Präsident Putin sehen.

Quelle: http://tass.ru/mezhdunarodnaya-panorama/3325807

 

 

 

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