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Dr. Chandra Muzaffar: Eine Idee, deren Zeit gekommen ist

Dr. Chandra Muzaffar

Gründer und Präsident der Organisation Just International (www.just-international.org), Malaysia


Ich bin Chandra Muzaffar aus Malaysia, Präsident der Internationalen Bewegung für eine Gerechte Welt. Ich möchte zunächst dem Schiller-Institut zu seiner Jubiläumskonferenz gratulieren; man sagte mir, daß dies die Konferenz zum 30jährigen Bestehen des Schiller-Instituts ist. Ich bin froh, daß Sie sich mit dieser sehr wichtigen Frage befassen – der Frage der BRICS, der Seidenstraße, der Transformation, die sich derzeit vollzieht, und der Krise des Empires.

Wir sind an einem Zeitpunkt in der Geschichte angelangt, an dem uns diese beiden gegensätzlichen Realitäten zwingen, Entscheidungen zu treffen. Entweder entscheiden wir uns für den Weg, der uns zum Frieden führt, zum Wohlstand, zur Gerechtigkeit und zur Menschenwürde – oder für den Weg, der uns zur Gewalt führt, zum Krieg, zum Unrecht und vielleicht sogar zur Zerstörung der menschlichen Zivilisation.

Wählen wir den Weg, der zur Gerechtigkeit und zur Menschenwürde führt, nämlich den Weg der Entwicklung – solide, greifbare wirtschaftliche Entwicklung, die soziale Gerechtigkeit bringt. Es ist der Weg, die produktive Fähigkeit des Menschen zur Transformation seiner Umwelt zu stärken, um Änderungen herbeizuführen, dank derer seine Generation oder zukünftige Generationen in einem Umfeld leben können, das unserer Gattung gerecht wird.

Ich rede hier von dem Weg, den die Herausbildung der BRICS – Brasilien, Rußland, Indien, China und Südafrika – als Gruppe eröffnet, die einen sehr großen Einfluß auf die menschliche Zivilisation haben wird. Wir müssen aber sicherstellen, daß das auch geschieht. Es ist eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Sie wartet auf uns, sie fordert uns auf, einen Beschluß zu treffen – und unser Beschluß sollte sein, den Erfolg der BRICS sicherzustellen. Der Erfolg der BRICS bedeutet den Erfolg einer wirklichen wirtschaftlichen Entwicklung. Er bedeutet die erfolgreiche Transformation der Infrastruktur. Er bedeutet Verknüpfungen. Er bedeutet, Verbindungen zwischen Menschen und Nationen herzustellen, was zu einer Situation führen soll, in der wir als Menschen in Würde leben können.

Das ist die Entscheidung, vor der wir stehen. Sonst können wir weiter dem Weg der Hegemonie folgen, der wirtschaftlichen Dominanz, der kulturellen Kontrolle – einem Weg, der zu dem Elend und Leid geführt hat, das wir seit so vielen Jahrzehnten erleben. Und es wird schlimmer.